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Einen Monat nach dem Start — 15.000 Quadratmeter analysiert

Gut einen Monat nach dem Beta-Start hat Boomerent rund 15.000 Quadratmeter Gewerbefläche analysiert, verteilt auf etwa 150 Mietverträge von Bäckereiketten, Apotheken, Studiobetreibern und einem Startup-Inkubator.

Foto von Dr. Ron van de Sand
Von Dr. Ron van de Sand
Dr. Ron van de Sand vor dunklem Hintergrund, daneben der Satz „Die Fläche im Vertrag stimmt nicht immer." und der Zusatz „Das merkt man erst beim Nachrechnen."

Wildau, 15. Juli 2026 — Gut einen Monat nach dem Start der Beta hat Boomerent rund 15.000 Quadratmeter Gewerbefläche analysiert. Sie verteilen sich auf rund 150 Mietverträge von Unternehmen, die wenig gemeinsam haben ausser der Frage, ob ihre Abrechnungen stimmen: Bäckereiketten, Apotheken, Studiobetreiber, ein Startup-Inkubator. Die Software liest Mietverträge, Nachträge und Nebenkostenabrechnungen automatisiert aus, ordnet die Kostenpositionen zu und macht sichtbar, wo Zahlen auseinanderlaufen: von Anpassungsklauseln über Umlageschlüssel bis zu einzelnen Kostenpositionen. Zu den Funden zählen eine Abweichung zwischen vereinbarter und tatsächlicher Mietfläche, Staffelmieten auf einer anderen Stufe als vertraglich vorgesehen und Verlängerungsoptionen, deren Frist näher lag als den Mietern bewusst war. Die Verträge stammen aus unterschiedlichen Jahrzehnten und bringen entsprechend unterschiedliche Klauseln mit. Die Beta läuft seit Juni 2026, direkt nach der Gründung der Boomerent GmbH am Standort Wildau in Brandenburg. Die Pilotkunden begleiten die Entwicklung eng.

Was in den Verträgen steckt

Die Bandbreite ist der eigentliche Test. Ein Filialist mit rund 50 Standorten bringt Verträge aus unterschiedlichen Jahrzehnten mit, jeweils eigenen Klauseln und Anpassungsmechanismen. Eine Apotheke hat einen einzelnen Vertrag, dafür aber oft komplexe Nebenkostenpositionen aus einem Ärztehaus oder Einkaufszentrum. Beim Einzelhandel steht die Umsatzmiete im Vordergrund, bei Büroflächen die Verteilerschlüssel für Gemeinschaftsflächen.

Für die Analyse heisst das: Nicht die Menge ist die Schwierigkeit, sondern die Vielfalt. Jeder Vertragstyp bringt eigene Formulierungen für dieselbe Sache mit.

Was dabei aufgefallen ist

Die Funde verteilen sich über ganz verschiedene Stellen im Vertrag.

Bei einer Apotheke war es die Mietfläche selbst: Vertraglich vereinbart war eine andere Quadratmeterzahl als tatsächlich vorhanden. Eine solche Abweichung wirkt doppelt: Sie betrifft die Grundmiete und zugleich jede Nebenkostenposition, die nach Fläche umgelegt wird.

An anderer Stelle waren es Staffelmieten, deren tatsächlich gezahlte Stufe nicht zu dem passte, was der Vertrag vorsieht. Und mehrfach Verlängerungsoptionen, deren Ausübungsfrist deutlich näher lag, als den Mietern bewusst war. Wer sie verstreichen lässt, verhandelt anschließend aus einer schwächeren Position oder steht ohne Verlängerung da.

Gemeinsam ist diesen Fällen, dass sie im Alltag nicht auffallen. Niemand misst nach Vertragsabschluss die Fläche nach, gleicht jede Staffelstufe mit dem Kontoauszug ab oder trägt Optionsfristen in den Kalender ein. Die Angaben stehen im Vertrag und werden Jahr für Jahr zur Grundlage der Abrechnung.

Wie es weitergeht

Pilotkunde wird man bei Boomerent nicht über ein Anmeldeformular. Der Kreis wächst langsam und ausgewählt. Nicht, weil die Plattform mehr nicht verkraften würde, sondern weil jeder neue Kunde bedeutet: mit ihm sprechen, seine Verträge verstehen, aus seinen Rückmeldungen lernen. Das lässt sich nicht beliebig vervielfachen, und soll es in dieser Phase auch nicht.

Wer jetzt dabei ist, prägt mit, wie die Plattform aussieht, wenn sie breiter verfügbar wird. Pilotkunden stehen bei uns nicht am Ende der Roadmap, sondern darin: Sie sehen, was als Nächstes entsteht, und sagen, was fehlt. Jeder Vertrag, der durch die Analyse läuft, zeigt, wo eine Klausel anders gemeint ist als sie dasteht. Jede Rückmeldung fließt in die nächste Version ein.

Daraus werden Partnerschaften, die über die Software hinausreichen. Wer seine Mietverträge und Abrechnungen mit uns durchgeht, spricht dabei über Standorte, Expansionspläne und die Frage, welche Flächen sich künftig noch rechnen. Diese Gespräche enden nicht, wenn die Analyse läuft. Sie sind der eigentliche Grund, warum wir langsam wachsen.

Der Anspruch dahinter ist klar: Eine Analyse muss belastbar genug sein, um damit in ein Gespräch mit dem Vermieter zu gehen. Dafür ist die Bandbreite der Verträge wichtiger als ihre Zahl — und ein Pilotkunde, der widerspricht, wertvoller als zehn, die nichts sagen.

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